Christo hat alles eingepackt ….

Andersrum geht’s  auch. Noch besser erscheint es einigen, wenn nichts automatisch in die Tüte kommt. Unverpackt ist das Zauberwort. Sicher nicht bei allen Dingen. Bei Filmen wäre es schon eine Herausforderung, etwa Polaroids, lose zu verkaufen. Die mögliche Produktpalette etwa im Lebensmittelbereich ist aber sehr groß. Dieser Idee noch größere Verbreitung zu schaffen, darum geht’s diesmal hier.

Es gibt seit fast 3 Jahren in Speyer einen Kaufladen. Der Kaufladen wird von Sophie und Luise betrieben. Sie werden zur Zeit von Lukas, einem Teilnehmer an dem ‚Freiwillige Ökologische Jahr‘, unterstützt. Auch auf Instagram findet man den Kaufladen.

TEAM KAUFLADEN

Was hat das nun mit Photographie zu tun? Natürlich nichts, weil es keine losen Polaroids im Kaufladen geben wird. Es geht darum, der Idee von Unverpackt mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, neue Kundschaft zu erschließen.

Im Kaufladen wird es über 9 Tage eine Ausstellung meiner Polaroids, von Originalgröße bis zu Vergrößerungen von 100 x 100 cm und zum Beispiel auch Polaroid Portrait Shootings geben. Ich bespiele mit meinen Bildern den Verkaufsraum und stelle ebenso in einem Extraraum aus.

Also, Rotstift rausholen, 4.11. – 12.11.2022 anstreichen, nach Speyer kommen und dem Spektakel mit Vernissage, Finissage und allem Pipapo beiwohnen. Details auf diesem Kanal. In Kürze. Stay tuned.

Making-of …

Der Photokunstband „Artists After Work“ ist bereits eine Beschreibung des Projekts, Musiker und Musikerinnen direkt nach ihrem Auftritt zu portraitieren. Ich werde allerdings immer wieder nach weiteren Hintergründen zu dem Projekt befragt. Nun, zumindest einige Photos, fast alle von Gabriele Höhl aufgenommen, will ich gern mit ein paar Bemerkungen liefern.

Da ist erst mal das Shooting. Es fand  immer Backstage statt. Die Räumlichkeiten waren selten gut geeignet. Es musste sehr viel improvisiert werden.

mde
sdr
dav

Aus den mehreren hundert Polaroids waren anschließend die Bilder auszusuchen, die gut gelungen erschienen, die aber auch ins Gesamtkonzept passten. Dazu kamen sie immer wieder in neuer Sortierung an die Wand.

Dann wurde der Textteil dazu positioniert. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie häufig ich hier umgruppierte. Hin und her und wieder zurück oder anders und so weiter.

Die Polaroids wurden sehr aufwendig digitalisiert und dann ging es in den Satz. Auch dies führte zu Veränderungen, da der Wunsch, die Portraits zu lackieren, nicht so umzusetzen war, ich es mir dachte. Also zurück zur Planung und es folgten viele Schleifen, bis es endlich passte.

Rechtzeitig war das Buch dann doch für die erste Ausstellung in Berlin mit auf 100cm x 100cm vergrößerten Portraits fertig.

Das Medienecho war nach den Anstrengungen wohltuend.

Und einige Käufer wollten sogar eine Signatur von mir im Buch; habe ich doch gern gemacht.

Und wer jetzt noch mehr wissen möchte, der kommt einfach zur nächsten Ausstellung von mir. Ort und Zeit gibt es demnächst hier.

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Nur ein Bild

Es ist Sommer. Die Temperatur liegt am Vormittag schon bei fast 30 Grad. Polaroid Filme neigen bei dieser Wärme zum Rotstich. Das kann zum Motiv passen; ist heute aber für dieses Shooting nicht hilfreich. Ich will, soweit dies mit Polaroid überhaupt geht, natürliche Farben. Im Mercat de l’Olivar in Palma de Mallorca dürfte die Temperatur so um die 23 Grad liegen. Los geht’s.

Ich verschaffe mir einen Überblick. Laufe durch die Gänge und suche nach interessanten Menschen, schönen Präsentationen ihrer Waren im Hintergrund und dem richtigen Moment, Personen anzusprechen. Ich scheine nicht zu stören. Wer ich sei. Warum ich mit einer alten Kamera photographiere. Was mit den Bildern gemacht würde. Jetzt? Hier? So, wie ich im Moment aussehe? Ja! Ich sehe aber gar nicht gut genug dafür aus. Doch, sage ich. Nur ein Bild, bitte. Alle Spannung muss mit dem ersten und einzigen Bild aufgefangen werden.

Manchmal führt bei Polaroid die Gesichtshaut stark abdeckendes Make-up zum Verschwinden der Gesichtskonturen. Und dann kommt es zu Überbelichtungen im Gesicht, zu Bleichgesichtern.

Alle, die Interesse an einer Photo Model Rolle haben, geben mir Zeit. Zeit für ein wenig Smalltalk. Zeit, den richtigen Winkel zu finden, ihre Körperhaltung zu korrigieren, den passenden Ausschnitt, für das eine Bild.

Nach gut drei Stunden durfte ich vor allem Frauen portraitieren. Die meisten Männer wollten nicht photographiert werden. Ein Mann des Sicherheitspersonals war allerdings sofort bereit.

Am Anfang hatte ich die Losverkäuferin im Mercat gesehen. Ich lief noch einmal durch den Markt, bis ich sie fand. Sie wollte ein Bild an einem bestimmten Platz vor der Markthalle. Ein Los wollte sie mir nicht verkaufen. Was ich denn damit wolle.

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Jetzt ist sie dicht

Sie sinkt leicht unter die Wasseroberfläche, kaum merklich liegt sie in den Händen; den Auftrieb auszugleichen war eine der vielen Herausforderungen, ein Unterwassergehäuse für alte Polaroid Kameras zu bauen. Als ich im Freibad mit ihr auf gut einen Meter abtauchen will, gelingt mir das kaum. Gegen meinen Auftrieb brauchte ich auch mehr Abtrieb, einen Bleigurt. Dann ging’s auch bei mir.

Unter Wasser höre ich deutlich das Auslösen und den Transport des Bildes. Da die Bilder nicht komplett aus der Polaroid Kamera geführt werden, schieben sich die Bilder übereinander. Nach vier Bilder muss ich auftauchen, die Auswurfklappe öffnen, die Bilder entnehmen und ab geht’s wieder ins Wasser. Nach vier weiteren Bildern sind nicht nur die Bilder zu entnehmen, sondern es muss eine neue Kassette mit Bildern eingelegt werden.

Unterwassergehäuse für die SX70 Polaroid gab es schon mal vor gut 40 Jahren. Offenbar war kaum jemand daran interessiert. Wer heute Unterwasseraufnahmen machen möchte, muss sich ein Gehäuse selbst bauen. Das habe ich gemacht.

Natürlich ist die größte Herausforderung beim Bau eines Unterwassergehäuse, es wasserdicht zu halten. Auch nach dem tausendsten Mal Öffnen und Schließen der Klappen, müssen sie perfekt sitzen. Dem Druck in einigen Metern Tiefe muss das Gehäuse standhalten und es muss auch einem leichten Schlag auf das Gehäuse aushalten, ohne undicht zu werden.

Robust wird das Gehäuse, wenn es z.B. mit Materialien wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) gebaut wird. Zu kleben sind derartige Kunststoffe nur mit speziellen Vorbehandlungen und besonderen Klebstoffen. Wenig ist schwieriger zu kleben als PP und PE.

Und dann wagte ich mich ins Nass. Immer wieder trat Wasser ein. Schließlich bliebt das Innere des Gehäuses trocken, in der Badewanne, im Karpfenteich des Nachbarn, im Badesee voller Algen, im Freibad und schließlich im Becken für Taucher. Jedes Mal sah ich vor meinem geistigen Auge Wasser eindringen. Aber nix. Jetzt ist sie dicht.

Was bleibt zu tun? Weiter testen, vor allem, wie Polaroid Bilder unter Wasser Licht aufnehmen. Zu lernen, wie sie auf den Farbverlust in zunehmender Tiefe reagieren und wie sich etwa die geringe Lichtempfindlichkeit der Bilder von nur gut 100 ASA auswirkt.

Neue Bilder aus der durch Polaroid bisher unerforschten Unterwasserwelt gibt’s demnächst wieder bei Instagram: https://www.instagram.com//tom_paetz_art/

Pool mit Korallenriff

Vor Jahren hatte ich mich schon einmal an einem Unterwassergehäuse für SX70 Kameras versucht. Es war allerdings sehr unhandlich, unpraktisch, aber es funktionierte.

Aufnahme aus 2017 in einem Freibad

Nun ein neuer Anlauf. Auch diesmal besteht das Gehäuse des Prototyps aus leicht zu verarbeitendem niederenergetischem Polypropylen sowie Acryl. Das Gehäuse ist mit gut 8,5 Litern mittelgroß geraten. Ein bisschen geschnitten, geklebt, geschraubt, nachts heimlich in Baumärkte eingestiegen, gefeilt, viel geflucht und mit gut 7,5 Kilo Ballast, um dem Auftrieb in Zaun zu halten, beschwert. So weit, so gut, das Gehäuse steht ruhig und stabil im Wasser und lässt sich butterweich unter Wasser führen.

Prototyp UW-Z 0.1 mit Scheinwerfern

Allerdings, wo immer ich in den letzten Tagen ins Wasser stieg um zu photographieren, die im Frühling kräftige Algenblüte sowie viele Schwebstoffe ließen stets nur minimale Sichtweiten zu. Dies gilt auch für Tiefen um 2 – 3 Meter.

Einen letzten Versuch habe ich gestern in einem Teich mit Karpfen gemacht. Die Karpfen kamen sehr nah an die Kamera, aber die Sichtweite war einfach nur zum Heulen.

Da Schwimmbäder als auch Tauchtürme im Moment nicht geöffnet sind, Korallenriffe in unseren Breiten selten vorkommen, bleibt nur, auf den Sommer und Reisemöglichkeiten zu warten … oder jemand bietet mir seinen Swimmingpool für Polaroid – Unterwasser – Shootings an. Gut wäre, wenn der Pool ein Korallenriff hätte; muss aber nicht. Schon mal vielen Dank für Angebote!

Unabhängig von klarer oder kaum Sicht Unterwasser ist der nächste Prototype mit nur noch einem Volumen von 3,5 Litern bereits im Bau. Der neue Prototyp ist kleiner, leichter, handlicher und man wird die Möglichkeit haben, Unterwasser durch den Sucher der SX70 zu schauen; eventuell werde ich statt oder zusätzlich zu den Scheinwerfern einen Blitz einbauen. Dafür experimentiere ich noch mit unterschiedlichen Materialien, Bearbeitungs- und Klebeverfahren. Der Sommer kann kommen.

Polaroid is Pop

There’s an infinite number of hauntingly beautiful colours.

Und darum geht’s mir; möglichst viele berauschende Farben zu zeigen. Sie sind alle potentiell in dem Polaroid Bild bereits enthalten. Licht, Zeit, Farbtemperatur, einmal umrühren und …. da sind sie, die Farben:

Ich arbeite mit dem Kameratypen Image2, Image system, Image ProCam, SX70, SX70 Sonar, MACRO 5 SLR, Job Pro 600, impulse 600 und der SLR 670. Die Berkey Keystone Wizard Xf 1000 ist keine Kamera von Polaroid, sie arbeitet aber mit Polaroid Filmen.

Bei Instagram gibt’s noch mehr Farbenfrohes: tom_paetz_art

Wir bauen um !

Die Welt dreht sich weiter und so haben die vielen Monate der Pandemie auch mich angestoßen, Dinge anders zu machen, neu zu denken; so auch in meiner künstlerischen Arbeit, der Photographie.

Und jetzt ist Frühling und Zeit, Neues umzusetzen.

In den nächsten Wochen werde ich meinen Auftritt in den sozialen Medien neu sortieren (polaroidart.de ist schon abgeschaltet) und starte frisch durch. Und damit wird dann auch sichtbar, wohin meine künstlerische Reise geht.

Bleibt gesund

Tom

Bei Instagram; tom_paetz_art

Weltrekorde

Bilder existieren in aller Regel erst in meinem Kopf, bevor ich beginne sie photographisch umzusetzen. Ich mache Skizzen, Probeaufnahmen und wiederhole dies, bis ich zufrieden bin oder die Idee verwerfe. Aber es kommt auch vor, dass ich spontan entscheide, eine Aufnahme zu machen.

In einem kostenlosen Werbeblättchen auf Norderney las ich, dass am nächsten Tag ein Elektro – Kleinflugzeug nach einem Rekordflug aus der Schweiz auf dem Flugfeld auf Norderney landen sollte. Ich ging also am nächsten Tag dort hin. Was immer geschehen sollte, im Urlaub ist so etwas zu Sonne, Wind, Strand, Regen und so eine feine Abwechslung. Eine Polaroid Kamera hatte ich dabei; wer weiß, vielleicht ergibt sich ja etwas. Und tatsächlich.

Es gab einen großen Bahnhof. Von einem Begleitflugzeug von SAT1, dass den Flug dokumentierte bis zu vielen anderen TV-Stationen und diversen Photographen. Da ich vor die Polaroid kein Teleobjektiv setzen kann, blieb nur, ganz nah ran an die Maschine, wenn sie gelandet ist. Ich drängte mich nach vorn, versuchte die Aufmerksamkeit der Piloten zu bekommen, mache zwei Aufnahmen und ließ sie mir später von den Piloten signieren. Später druckte ich noch mit dem DYMO ein paar Wörter drauf; So einfach geht Photo – Reportage mit einer Polaroid.

Und die Piloten haben die Bilder dann auch noch in ihren Blog übernommen     https://elektro-weltrekordflug.eu/2020/09/09/polaroid-art/

Aliens just arrived

Photographieren, so könnte man meinen, bedeutet ein Bild zu machen, es vielleicht zu bearbeiten und es digital oder analog zu zeigen. In sehr vielen Fällen ist dem auch so.  Photowettbewerbe fordern aber ab und an von den Künstlern schon etwas mehr.

Das Analog Forever Magazin stellt einmal im Monat eine Aufgabe ins Netz und Künstler aus der ganzen Welt können sich daran beteiligen. Die Aufgabe im Januar verlangte das zweidimensionale Bild dreidimensional darzustellen. Oder besser gesagt, es in ein dreidimensionales, reales, neues Kunstwerk zu verwandeln.

Ich habe mich auch beteiligt und das ging so:

Making_of_Aliens_1

Die Grundidee war, einen Polaroidlift zu machen und die Emulsion, die Filmschicht, also das hauchdünne Bild, auf Glühlampen zu ziehen. Dazu nahm ich alte Polaroid Aufnahmen mit ‚Astronauten‘, Personen mit Masken in einem Feuerwehranzug; meine vermeintlichen Aliens.

Making_of_Aliens_2

In einem Wasserbad trennte ich die Emulsion von der Kunststoffumhüllung.

Making_of_Aliens_3

Die Emulsions positionierte ich auf unterschiedlichen Glühlampen, gab Strom auf die Leuchtfäden und etwas Beleuchtung von außen … und die Aliens waren gelandet.

Aliens_just_arrived_final

Es war übrigens meine dritte Teilnahme an den Wettbewerben des Analog Forever Magazine und mit allen drei Beiträgen landete ich in der Online Exhibition.

In der Online Group Exhibition Feb. 2020  finden sich sehr inspirierende Beispiele von anderen Künstlern; schaut mal rein.

 

 

Verblüht

Wenn man Blumen kauft, bekommt man manchmal ein kleines Päckchen dazu, das in das Blumenwasser zu rühren ist. Dann sollen sich die Blüten länger halten. Ich habe Blumen gekauft, die schon einige Tage beim Floristen standen und hatte gehofft, sie würden bald verwelken.

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Das geschah leider nicht so schnell, wie ich es wollte; obgleich ich die Chemiepäckchen nicht ins Wasser rührte.

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Die Blumen, die ich photographieren wollte, sollten schon welk sein. Sie sollten den Reiz zeigen, der sich durch die reifebedingte Verfärbung und die geringere Spannung der Blütenblätter entfaltet.

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Und nach gut zwei Wochen waren die Blumen hinüber und reif für’s Photographieren.