Update 2018

POLAROIDS verbleichen

FVÄ

                 Abgedeckt       —      Tageslicht ausgesetzt

Ich werde immer wieder gefragt, wie stark denn POLAROID Bilder ausbleichen.

Vor bald einem Jahr hatte mich dies auch der Bassist Fritz Roppel gefragt. Wir machten also zwei Portraits. Ein Portrait legte ich vor Tageslicht geschützt weg. Das andere stellte ich ins Bücherregal. Es war also dem normalen Umgebungslicht in meinem Zimmer ausgesetzt. Von Sonnenlicht wurde es nicht beschienen. Und das Ergebnis: Das Bild (rechts) verlor in fast einem Jahr an Brillanz und zeigt nun die Polaroid-typische, ich nenne es mal, Patina.

 

POLAROID Art Workshops 2018

Cover WS T

Zusammen Neues auszuprobieren und zu experimentieren macht einfach Spaß. Auch in diesem Jahr biete ich wieder Workshops mit alten POLAROID Kameras an.

Entdeckt eine alte Technik neu!

Ziel des Workshops ist es, die Teilnehmenden mit der Kameratechnik vertraut zu machen und sie anzuregen, spielerisch Kunstwerke zu erschaffen. In mehreren Arbeitsblöcken ist sehr viel Raum für das Experimentieren mit der POLAROID Kamera gegeben. Dazwischen wird die erforderliche Theorie zu Technik und der Geschichte von POLAROID vermittelt. Smartphone mit Kamera oder digitale Kamera sind mitzubringen. Soweit vorhanden, bitte eigene alte Polaroid Kameras / alte Polaroidbilder mitbringen.

Anmeldungen bitte direkt bei den Veranstaltern.

23.Juni 2018 Bonn Anmeldung

29./30. Juni 2018  Köln Anmeldung

Ich freue mich wieder auf viele neugierige Teilnehmer.

 

POLAROID Art Portrait Project

Juan II

Im letzten Jahr habe ich mit einer sehr speziellen, großen POLAROID Kamera gut 100 Musiker aus über 25 Ländern direkt nach ihrem Auftritt portraitiert. Im Moment arbeite ich mit Unterstützung von Designern an einen Photokunstband. Er wird Mitte April 2018 im Handel sein. Vorher poste ich aber dazu noch Details. Ich hoffe, der Bildband wird Euch gefallen.

 

Soweit, Euch allen ein gutes Jahr!

Tom

 

Schneefall

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Der erste kräftige Schnee fiel heute um die Mittagszeit. Und es war genug, um die Landschaft weiß zu bedecken. Mit der POLAROID Image ProCam bin ich, als der Schnee liegenzubleiben schien, hinaus in das Schneetreiben, habe Aufnahmen gemacht und bin nach einer guten halben Stunde wieder Richtung warmer Wohnung.

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Eine POLAROID Kamera ist bei solch einem Wetter sehr anfällig. Ihr Inneres ist kaum gegen Feuchtigkeit geschützt. Ich hatte die Kamera um den Hals gehängt und sie nur mit einem Küchenhandtuch eingeschlagen. So blieb der Schnee fern und ihre Temperatur konstant. Für Aufnahmen nahm ich das Tuch beiseite und schützte sie danach gleich wieder damit. Die Kamera sollte man nicht direkt der Feuchtigkeit, also Schnee oder Regen, aussetzen. Vor allem aber auch nicht der Feuchtigkeit, die sich in und an der Kamera bildet, wenn man sie etwa unter die warme Jacke steckt.

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Die Kamera habe ich also die gesamte Zeit in der Kälte belassen. Hätte ich sie etwa unter die Jacke und damit in ein wärmeres Klima gebracht, hätte sich schnell Kondenswasser in der Kamera gesammelt, die Linse wäre beschlagen und sie wäre auch nicht sofort wieder einsatzfähig geworden; ähnlich einer Brille, die bei Temperaturschwankungen beschlägt.

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Die Aufnahme entstand mit Blitz aus einer Entfernung von gut 75 cm zu den noch grünen Blättern in einem Moment mit geringem Schneefall.

 

Das POLAROID Bild ist nun wiederum nicht feuchtigkeitsanfällig. Aber die Temperatur um null Grad lässt das Bild bläulich werden. Diesen Effekt wollte ich nutzen und habe dies dadurch unterstützt, dass ich die Bilder nur in die kalte Außentasche der Jacke steckte. Hätte ich das Bild etwa unters Hemd, wo es in ein Klima der Körperwärme gekommen wäre, getan, dann wäre es sehr wahrscheinlich wegen der hohen Körpertemperatur eher rotstichig geworden. Das könnte durchaus auch gute Effekte bringen; etwas für’s nächste Mal ….

Mit dem Einbruch der Dunkelheit waren die Temperaturen wieder bei 5 Grad und die weiße Pracht für heute dahin.

 

 

 

 

 

Applaus II.

Applaus ISAS

Ich fange mal so ähnlich an, wie beim letzten Post:

Vereinigungen von Künstlern für Künstler leben vom Applaus für ihre Arbeit, sicher nicht nur, aber Applaus tut ungemein gut und ist eine sehr direkte Form von Feedback.

APPLAUS ist aber auch ein Musikpreis, mit dem die Bundesregierung die Programmplanung unabhängiger Spielstätten in Deutschland prämiert. Für sein herausragendes Programm mit mindestens 10 Livemusikveranstaltungen im Jahr hat der Bonner Verein In Situ Art Society e.V.  vor ein paar Tagen einen Preis bekommen. Der Verein wurde Spielstätte des Jahres. Das Ziel des Vereins ist u.a. die Förderung von Jazz, improvisierte Musik, Neue Musik und aktuelle elektronische Musik.

Wunderbar ist das.

Ganz herzlichen Glückwunsch!

 

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Signe Dahlgreen, Schweden, Saxophone

Georges Paul, Griechenland, Saxophone, Kontrabass

Vor einer Woche besuchte ich eine Veranstaltung der In Situ Art Society. Ich war dort, um die Künstler im Rahmen eines größeren POLAROID Projekts von mir nach ihrem Auftritt einzeln zu portraitieren. Der nicht mehr als Kirche genutzte, quadratische Raum hat Backsteinwände und ist gut 15 m hoch. Die Bühne vor dem hellen Marmor – Altar war stark ausgeleuchtet. Auf der Bühne 4 Musiker. Es spielte das Skandinavische Free-Jazz-Trio YES DEER und wurde unterstützt von GEORGES PAUL.

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Signe Dahlgreen, Schweden, Saxophone

Georges Paul, Griechenland, Saxophone, Kontrabass

Karl Bjora, Norwegen, E-Gitarre

Nach der ersten Hälfte des Konzerts und nachdem ich um die Bühne geschlichen bin, hoffte ich, dass es mir gelingen könnte, diesem Free Jazz Konzert einen bildlichen, der Musik entsprechenden Ausdruck zu geben.

Aus einer Höhe von gut einem halben Meter photographierte ich mit einer POLAROID Spiegelreflexkamera, der SX70. In der Kamera war ein Farbfilm mittlerer Empfindlichkeit, ISO 100/21°. Die Belichtungszeit, aus der Hand, dürfte so bei 3 – 5 Sekunden gelegen haben.

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Anders Vestergaard, Dänemark, Schlagzeug

Auch bei dem, der das Konzert nicht besuchte, entsteht ja vielleicht auch das Gefühl, dass dem Free Jazz Konzert mit POLAROID ein eigener Ausdruck gegeben werden konnte.

 

 

 

Applaus

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Künstler leben vom Applaus, sicher nicht nur, aber Applaus tut ungemein gut und ist eine sehr direkte Form von Feedback.

Applaus ist aber auch ein Musikpreis, mit dem die Bundesregierung die Programmplanung unabhängiger Spielstätten in Deutschland prämiert. Für sein herausragendes Programm mit mindestens 104 Konzerten im Jahr hat der Kölner Club SONIC BALLROOM in dieser Woche einen Preis bekommen.

Wunderbar ist das.

Ganz herzlichen Glückwunsch!

 

Anne

Anne, The Moorings

Ich habe schon einige Male im Sonic Ballroom photographiert; zuletzt vor ein paar Tagen. Was für eine digitale Kameras einfach ist, Handy hoch, auslösen, bisschen hin- und herzoomen, auslösen, alles ohne Blitz, ohne Stativ, Handy wieder runter, stellt sich mit einer POLAROID Kamera etwas anders dar.

Max

Max, Screamin‘ Rebel Angels

Das Bühnenbild (ganz oben) im Sonic Ballroom ist zum Beispiel das Ergebnis einer 14 sekündigen Aufnahme, photographiert mit einer POLAROID Spiegelreflexkamera, der SX70, mit einem Farbfilm mittlerer Empfindlichkeit, ISO 100/21°, aus der Hand aufgenommen.

Livia

Livia, TheEndMen

Will man auch die Künstler zeigen, bleibt also nur der Blitz. Ich benutze für diese Kamera einen externen Stabblitz von Braun, den BP 230. Wohl altersbeding, immerhin ist er schon über 40 Jahre alt, hat sein Licht einen leichten Blaustich.

Nicky

Nicky, The Moorings

Sind nicht gerade Lichtquellen oder reflektierende Flächen im Hintergrund bleibt alles hinter dem belichteten Objekt oder Person weitgehend dunkel. Die Farben wirken dort matt. Objekte und Personen in einer Distanz von 1 – 2 Metern werden aber sehr gut ausgeleuchtet.

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Laura, Screamin‘ Rebel Angels

Bei weiter entfernten Dingen muss es sich schon um sehr helle Flächen handeln, damit der Blitz eine gute Reflexionsfläche hat und genug Licht zurückgeworfen wird. Diese Aufnahme wurde zusätzlich mit einem Weitwinkelvorsatz aufgenommen.

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Taio, Matthias, Beni

Also, in den Club auch mal die POLAROID mitnehmen, sich an die Bühne vorarbeiten und los geht’s.

Herbst und Winter

Es wird wieder kälter in diesen Tagen. Es wird früher dunkel und später hell. Und wir merken, dass dieses Hell, das momentane Tageslicht sich von dem Licht des Sommers unterscheidet. Die Sonne steht tiefer am Horizont und muss einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Sie verliert dabei an Wärme und an Strahlkraft, und die Farbe des Sonnenscheins verändert sich.

Und wenn wir diese Veränderungen nicht nur wahrnehmen sondern sie auch messen können, dann stellt sich die Frage, wie sich dies bei der Photographie mit alten POLAROID Kameras auswirkt. Nun sind POLAROID Kameras weit entfernt von präzisen Mess- oder Anzeigegeräten für Lichtveränderungen. Sowohl die alten Linsen aus Glas oder Kunststoff als auch die Chemie in den Filmen haben ein häufig unvorhersehbares Eigenleben. Aber natürlich sind die Veränderungen des Tageslichts im Herbst und Winter auch bei Aufnahmen mit alten POLAROID Kameras erkennbar.

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Die beiden Aufnahmen sind im Oktober an einem Nachmittag bei wolkenlosem Himmel gemacht. Mir erscheint auf den POLAROIDs das Licht deutlich milder, als eine Aufnahme es im Sommer darstellen würde.

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Nun wissen wir, dass die Lichtstärke im Winter nur noch gut ein Viertel so groß wie im Sommer ist. Und die Farbtemperatur ist gut 15% geringer als im Sommer; sie geht ins Rötliche.

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Es überwiegen die Pastelltöne, fast so, als wäre eine Milchglasscheibe vor der Dezembersonne. Und dies obgleich die Aufnahme mittags bei vollem Sonnenschein gemacht wurde.

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Der Herbst ist also nicht nur wegen der farbenprächtigen Blätter eine lohnende Experimentierzeit für POLAROID.  Also, warme Jacke anziehen und raus. Und nicht vergessen, die Bilder betonen bei einer Umgebungstemperatur so um die 13 Grad und weniger eine Blautönung. Werden die Bilder unter die warme Jacke gesteckt und ist die Temperatur dort über 25 Grad, dann tritt eine leichte Rotfärbung ein. Alles Wirkungen, die man auch gut in die Bildgestaltung einbauen kann.

 

Best of ‚Do it yourself!‘

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Eigentlich wollte ich dem beginnenden Herbst mit ein paar Sommer-Polaroids begegnen. Erinnerungen an die Sonne wecken, die Wärme zeigen und die Lässigkeit des sommerlichen Lebens eingefangen mit der Polaroid Kamera. Aber dann gab es gestern einen Polaroid Art Workshop. Die Ergebnisse der Teilnehmer haben mir so gut gefallen, dass ich die ‚Best of‘ gleich zeigen möchte.

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Bild: Stella Scholz

 

Ziel des Workshops war, die Teilnehmer mit der Kameratechnik vertraut gemacht zu haben und sie anzuregen, spielerisch Kunstwerke zu erschaffen. Und das lief bestens.

In sieben Stunden wurde mit fünf Polaroid Shooting Blöcken sehr viel Raum für das Experimentieren mit der Kamera gegeben. Dazwischen ein wenig Theorie zu Technik und der Geschichte von Polaroid. Photographiert wurde von allen Teilnehmern mit einer image system .  Diese Kamera habe ich schon in dem Post   Langweilig und unscheinbar    vorgestellt.

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Bild: Sina Schmitz

Wo steht die Person bei der Bildaufnahme: Vor oder hinter den Glasbausteinen?

 

Der Ablauf des Workshops wurde nun auch dadurch strukturiert, dass Polaroid Bilder frühestens nach 15 Minuten zu betrachten und damit zu besprechen sind. Die Reflexion und etwa der Wunsch, die Bildidee erneut umzusetzen, das musste warten.

Wir begannen also nach dem jeweiligen Shooting Block immer mit einem neuen Thema. Zwischendurch wurde wieder und wieder auf den Tisch mit den Polaroids gesehen: Wo stehen denn die Bilder in der Entwicklung gerade?

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Bild: Jens Kuhlmann

 

Die Teilnehmer hofften und bangten, dass die Ergebnisse doch bitte so sein sollten, wie man es sich bei der Aufnahme vorstellte, wie die Bildidee eben gedacht war. Dann gab es aber schon ab und an ein enttäuschtes ‚hmmmmm‘. Viel häufiger waren aber die ‚aaaahs‘ und ‚wie geil ist das denn‘.

Dieser Prozess zerrte schon ein wenig an den Nerven einiger Teilnehmer. Wir sind es ja gewohnt, Bilder unmittelbar zu sehen. Trotzdem, die Betrachtung des Sichtbarwerdens des Polaroid Bilds macht schlichtweg Freude.

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Bild: Yiannis Neophytou

 

Man kann erkennen, dass sowohl die Mehrfachbelichtung als auch die Nutzung von unterschiedlichsten Filtern am meisten zur Kreativität anregte.

Die Polaroid – Shooting – Aufgaben wurden allein oder im Team bearbeitet. Und dann gab es noch von jedem eine ‚Abschlussarbeit‘.

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Bild: Annette Lübke

 

Wir bedanken uns bei Babette Dörmer vom Veranstalter ‚Bildungswerk interKultur‘ für die reibungslose Organisation sowie die Räumlichkeiten in der Bonner Brotfabrik. Nicht nur das Studio, in dem wir arbeiten konnten, sondern auch der gesamte Komplex der Brotfabrik war für die Shootings perfekt.

Vorab gab es eine Berichterstattung in Print- und Internetmedien. Der WDR strahlte einen TV – Beitrag zu unserem Workshop aus.

 

Do it yourself !

Zu all der Theorie gehört denn doch, es auch selbst einmal auszuprobieren.

Da ist erst einmal die schlichte handwerkliche Handhabung der Kamera; wie funktioniert sie und an welchen Knöpfen kann man drehen, damit dann was passiert?

Wie kommt es zu solch einer Aufnahme? Absicht oder Fehler?

schiff

Kann ich auch Panoramaaufnahmen machen?

Park

Welche Besonderheiten bergen S/W Filme?

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Wie bekomme ich knackig – ‚bunte‘ Farben ins Bild?

ballon

Oder wie kann nach dem Auswurf des Bildes doch noch der chemische Prozess beeinflusst werden?

fernrohr

All dies und noch viel mehr bearbeiten wir zusammen in Workshops:

POLAROID Photographie – Neue künstlerische Perspektiven mit alten Kameras

Die Workshops führen jeweils in die Arbeit mit alten POLAROID Kameras ein und sind eine Entdeckungsreise mit alter, sehr einfacher Technik hin zu kreativer Photographie.

Dieser kreative Prozess macht sehr viel Freude.

Das Ergebnis ist immer ein Unikat – wie ein Gemälde.

 

Alle Kurse in diesem Jahr sind gelaufen.

Die nächsten Workshops beginnen im März / April 2019.

 

Das geht schief

Ohne Frage, Kameras, die mehr als 40 Jahre alt sind, können bestens funktionieren. Sie können das Bild richtig belichten und es auch problemlos auswerfen. Hat man das einige Male gemacht und dabei gute Ergebnisse erzielt, dann geht man sorglos ans Werk.

Nach einiger Zeit fiel mir nun auf, dass es Abweichungen auf den Bildern gibt, die meiner Flüchtigkeit beim Photographieren zuzuschreiben sein müssen. Ich habe, so sagte ich mir, offenbar die Kamera nur zu achtlos ausgerichtet und wohl nicht genau fokussiert. Oder ich habe sie im letzten Moment verzogen, sodass das Bild nicht mehr den gewählten Ausschnitt erhielt. Da der Auslöser schon einen kräftigen Druck braucht, kann das passieren.

Die Überprüfung der Aufnahme ist ja nicht sofort möglich. Beim Farbfilm dauert es schon eine gute  halbe Stunde, bis man das Bild begutachten kann. Dann ist es meist für eine Wiederholung aber zu spät: das Licht hat sich verändert, man ist an einem anderen Ort oder das Objekt ist einfach nicht mehr vorhanden.

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Diese Aufnahme entstand vormittags in einem Trockendock. Die farbliche Gestaltung des Bildes gefiel mir. Ich wunderte mich allerdings, dass das Schiff auf dem Bild etwas schief lag und es zu sehr aus dem Rahmen fiel. Die Aufnahme gelang nicht so symmetrisch, wie ich sie geplant hatte.

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Ein paar Wochen später wollte ich Aufnahmen in der Dämmerung an einer Bushaltestelle machen. Da das Wartehäuschen und die Leuchttafel darin quadratisch sind, wollte ich dies auch so deutlich durch eine frontale Aufnahme sichtbar gestalten. Die Kamera setzte ich auf ein Stativ und richtete sie mit einer Wasserwaage aus. Trotzdem lief wieder etwas schief.

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Und obgleich aller Sorgfalt passierte es mir ein paar Wochen später bei einem Shooting mit Stativ in einem U-Bahnhof wieder. Als sich nach einer halben Stunde der gräulich-blaue Schleier lichtete, sah ich, dass auch dieses Ergebnis schräg war.

So langsam dämmerte es mir, dass es nicht an meiner Handhabung der Kamera liegen kann, nicht durch eine Unachtsamkeit von mir. Auf das Naheliegende bin ich einfach lange nicht gekommen; alte Polaroid Kameras haben ihre kleinen Macken und zeigen Fehler.

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Eine andere Kamera zeigt immer Abschattungen in einem bestimmten Bereich. Diese ‚Schatten‘ können ihre Ursache nur in der Kamera haben. Dies konnte ich dann auch durch eine Reihe von Probeaufnahmen feststellen.  Um diesen Effekt nun wissend, setzte ich diese Kamera mittlerweile gezielt mit dieser Wirkung ein. Gut kann man es auf den beiden s/w Portraits sehen.  Dies klappt übrigens auch wunderbar bei Farbaufnahmen.

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Bei einer weiteren Kamera zeigt sich bei bestimmten Aufnahmesituationen eine deutliche Verzerrung an linken Rand; die Laterne im Bild, aufgenommen in einem Hafen, ist sicher nicht vom starken Wind schief geworden.

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Es bleibt, dass sich die Arbeit mit alten Polaroid Kameras wunderbar für den künstlerischen Ausdruck eignet. Und dies auch, wenn die altersschwache Technik nicht immer mitspielt.

Die Farben des Lichts

Natürlich weiß man, dass Kerzenlicht eher rötlich, Neonlicht grünlich und Tageslicht weiß auf analogem Filmmaterial erscheint. Und dass es am Meer und in den Bergen ein Übermaß an Blau gibt.  Und dass die Farbe der aufgehenden oder untergehenden Sonne je nach Jahreszeit unterschiedlich ist. Und dass viele künstliche Lichtquellen zusätzliche Variationen von Rot über Violett und Blau bis Grün … und … und … und …   zeigen.  Um uns herum ist es also ganz schön bunt.

Filme für Polaroid Kameras reagieren nun sehr sensibel auf diese Farbvariationen und Nuancen.

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Diese Aufnahme zeigt grünes (!) Gras im Licht der untergehenden Sonne.

Die Farben des Lichts lassen sich auch über die Farbtemperatur charakterisieren.

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Kelvin und Dekamired sind Formen der Bezeichnung der Farbtemperatur.

Diese Aufnahme machte ich gegen Mittag im Sommer am Strand von Kapstadt.

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Diese Aufnahmen entstanden in einer Übungshalle für Gerüstbauer.

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Diese Aufnahme entstand am Abend mit Tageslicht durch ein Fenster sowie Leuchtstoffröhrenlicht. Der Rahmen hat ein Dekor.

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Und diese Zeitaufnahme erfolgte gegen 23 Uhr im Sommer an der Ostsee.

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Die Kombination von natürlichem Licht und Kunstlicht ist ein Gestaltungsfeld – mit vielen Überraschungen. Denn auch Photoblitze tauchen nicht immer alles in ein reines Weiß. Sie lassen andere Farben von anderen Quellen nach wie vor zur Geltung kommen.

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Dieses Bild machte ich mit Blitz in einem Raum mit unterschiedlichen künstlichen Lichtquellen.

 

Unterwegs

Wer unterwegs ist und so nebenbei ein paar Bilder macht, tut dies mit einer kleinen Digitalen oder etwa dem Smartphone. Man kann bedenkenlos drauflos Erinnerungen schaffen oder einfach nur knipsen, was gerade gefällt. Vielleicht teilt man die Aufnahmen noch mit anderen oder löscht sie. Dann hat es Spaß gemacht zu photographieren – wunderbar!

Eine alte Polaroid Kamera eignet sich, so der erste Gedanke, nicht unbedingt für ‚hier-und-da-ein-Photo‘. Eine alte Polaroid wiegt mit ein paar Filmen schon gut 1.5 Kilo und passt nicht unbedingt in die Hosentasche.

H br

Vor kurzem habe ich einen Tagesausflug nach Helgoland gemacht. Eingeschifft in Cuxhaven, gut 4 Std auf der Insel rumgelaufen und dann wieder zurück. Es war ein sehr warmer Tag, über 20 Grad, der Himmel ohne Wolken, windstill und die Sonne stand die ganze Zeit fast senkrecht am Himmel.

Zuletzt war ich als Schüler auf Helgoland. Ich hatte also keine Erinnerung an die Insel, sodass ich auch nicht wusste, wo ich eventuell gute Bilder machen könnte. Es blieb nur losgehen und den Moment nutzen.

H ar

Es gibt sicher auf Helgoland keinen Flecken, der nicht schon 1000-mal photographiert wäre. Alles, auch der kleinste Mövenschiss, wurde schon ins Netz hochgeladen.

Was bleibt da für Polaroid?

H fr

Nun, wie immer bleibt, sich auf das Eigenleben der Chemie zu verlassen. Sich darauf zu verlassen, dass der Unterschied zwischen analog und digital deutlich wird. Darauf zu hoffen, dass der chemische Prozess die so betörende, melancholische Anmutung ins Bild zaubert.

Es bleibt für Polaroid das Unvorhersehbare, das ständige Ausprobieren.

H er

Und es bedeutet, die Ergebnisse teilweise erst auf dem Schiff betrachten zu können. Wenn man dann im Schiffsrestaurant ‚unschuldig‘ die Polaroids vor sich auf dem Tisch ausbreitet und sofort Bewunderer dieser Art der Photographie um sich hat, dann stellt sich Zufriedenheit ein.

H cr

Aufnahmen mit alten Polaroid Kameras lassen auch Helgoland ein wenig anders aussehen.