Jetzt ist sie dicht

Sie sinkt leicht unter die Wasseroberfläche, kaum merklich liegt sie in den Händen; den Auftrieb auszugleichen war eine der vielen Herausforderungen, ein Unterwassergehäuse für alte Polaroid Kameras zu bauen. Als ich im Freibad mit ihr auf gut einen Meter abtauchen will, gelingt mir das kaum. Gegen meinen Auftrieb brauchte ich auch mehr Abtrieb, einen Bleigurt. Dann ging’s auch bei mir.

Unter Wasser höre ich deutlich das Auslösen und den Transport des Bildes. Da die Bilder nicht komplett aus der Polaroid Kamera geführt werden, schieben sich die Bilder übereinander. Nach vier Bilder muss ich auftauchen, die Auswurfklappe öffnen, die Bilder entnehmen und ab geht’s wieder ins Wasser. Nach vier weiteren Bildern sind nicht nur die Bilder zu entnehmen, sondern es muss eine neue Kassette mit Bildern eingelegt werden.

Unterwassergehäuse für die SX70 Polaroid gab es schon mal vor gut 40 Jahren. Offenbar war kaum jemand daran interessiert. Wer heute Unterwasseraufnahmen machen möchte, muss sich ein Gehäuse selbst bauen. Das habe ich gemacht.

Natürlich ist die größte Herausforderung beim Bau eines Unterwassergehäuse, es wasserdicht zu halten. Auch nach dem tausendsten Mal Öffnen und Schließen der Klappen, müssen sie perfekt sitzen. Dem Druck in einigen Metern Tiefe muss das Gehäuse standhalten und es muss auch einem leichten Schlag auf das Gehäuse aushalten, ohne undicht zu werden.

Robust wird das Gehäuse, wenn es z.B. mit Materialien wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) gebaut wird. Zu kleben sind derartige Kunststoffe nur mit speziellen Vorbehandlungen und besonderen Klebstoffen. Wenig ist schwieriger zu kleben als PP und PE.

Und dann wagte ich mich ins Nass. Immer wieder trat Wasser ein. Schließlich bliebt das Innere des Gehäuses trocken, in der Badewanne, im Karpfenteich des Nachbarn, im Badesee voller Algen, im Freibad und schließlich im Becken für Taucher. Jedes Mal sah ich vor meinem geistigen Auge Wasser eindringen. Aber nix. Jetzt ist sie dicht.

Was bleibt zu tun? Weiter testen, vor allem, wie Polaroid Bilder unter Wasser Licht aufnehmen. Zu lernen, wie sie auf den Farbverlust in zunehmender Tiefe reagieren und wie sich etwa die geringe Lichtempfindlichkeit der Bilder von nur gut 100 ASA auswirkt.

Neue Bilder aus der durch Polaroid bisher unerforschten Unterwasserwelt gibt’s demnächst wieder bei Instagram: tom_paetz_art

Veröffentlicht von Tom Pätz Art

Photography Artist

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